Vereins-Chronik

100 Jahre Velo-Moto-Club Männedorf

Es war um die Jahreswende 1901/1902, als eine Gruppe junger Männedörfler, es mussten begeisterte Radler gewesen sein, sich zum Ziele setzten einen Velo-Club zu gründen.
Schon auf den 10. März 1902 abends 8 Uhr, laut Protokoll an einem Montag, konnte zur Gründungsversammlung, im Protokoll als 1. Ordentliche Generalversammlung betitelt, ins Restaurant Post eingeladen werden. 30 Mannen, die als Anreger zur Gründung eines "Velo-Club Männedorf" die erste Seite des ersten Protokollbuches zieren, wurden eingeladen.

Es waren dies:
Steiger Emil, Knobel Joseph, Gugolz Gottfried, Leutold Heinrich, Fuhrmann Carl, Beck Matihas, Billeter Hartmann, Roths Hans, Gugolz Albert, Billeter Emil, Schmid Wilhelm, Kohler Alfred, Amschel Leele, Egli Jakob, Grubemann Karl, Wettstein Jakob, Pfister Albert, Schneebeli Otto, Brennwald Wilhelm, Grab Hans, Oetiker Alfred, Aeberlie Herrmann, Baumann Heinrich, Schärrer Anton, Billeter Gottfried, Geiger Joseph, Pfister Wilhelm, Pfister Heinrich Pfister Eduart, Rüegg Ferdinant.

Davon erschienen 15 Radler, um den nun 100 jährigen Verein aus der Taufe zu heben.

Der zum Tagespräsident erkorene Emil Steiger wurde dann auch als erster Präsident gewählt. Ihm zur Seite standen als Aktuar Josef Knobel und als Quästor Gottfried Gugolz.
Die Wahl des ersten Vorstandes ging in geheimer Abstimmung über die Bühne. Bei einem absoluten Mehr von 8 Stimmen wurde der Präsident mit 12 Stimmen, der Aktuar mit 13 Stimmen und der Quästor mit 14 Stimmen in Amt und Würde gewählt.
Auch das Clublokal musste bestimmt werden. Zur Auswahl standen Restaurant Post, heute Restaurant Bahnhof-Post, und Restaurant Löwen, wo seit Jahrzehnten der heutige Migros steht. In offener Abstimmung entschied man sich für den Löwen. So fanden alle folgenden Versammlungen im Löwen statt und für die Ausfahrten war er Start und Ziel. Dem Wirt konnte dies nur Recht sein.
Die Aktivitäten im ersten Vereinsjahr standen mit 1 Vorstandsitzung, 4 Versammlungen und 5 Ausfahrten nach Uznach, Baden, Glarus, Wädenswil und Rapperswil zu Buche. Dazu kamen die Teilnahme am Corso, im Rahmen der Fahnenweihe des Velo-Club Wald ZH, an welchem der 4. Rang erreicht wurde, sowie die Teilnahme von "College Carl Fuhrmann" am Juniorenrennen in Rüti ZH. Sein dritter Rang bedeutete Auszeichnung mit Kranz.
Am 1. August des Gründungsjahres nahmen die Veloclübler die Gelegenheit war, sich den Männedörflern vorzustellen. Mit Lampions geschmückten Velos fuhren sie durchs Dorf, dann ins Ausserfeld und erfreuten so die Bevölkerung.
Dies ein Blick ins Gründungsjahr.

In den folgenden Jahren machten sich aber doch Geburtswehen bemerkbar. Der Mitgliederbestand konnte kaum erhöht werden. Ein- und Austritte hielten sich die Waage. Ende 1904 war das Feuer des ersten Präsidenten am erlöschen. An der Generalversammlung vom 15. Dezember gab er die Bürde des Amtes an Josef Knobel weiter. Mitgliederbestand 18 Aktive und 14 Passive.
Dieser brachte das Vereinsschiff wieder auf einen besseren Kurs. Doch schon auf die Generalversammlung 1906 legte er sein Amt nieder. Nachfolger wurde Adolf von Arx. Ab 1907 leitete er die Geschicke des Velo-Club Männedorf mit grossem Einsatz und damit verbunden, mit viel Erfolg.
1908 wurde beschlossen, dem 1883 gegründeten Schweizerischen Radfahrerbund (SRB) beizutreten.
Ein Jahr später konnte, unter der Vereinsführung von A. von Arx, die erste Clubfahne angeschafft werden. Die Fahnenweihe fand am 6. Juni 1909 statt, verbunden mit einem von 21 Sektionen besuchten Corsofahren. Als Fahnengötti konnte der Velo-Club An der Sihl Zürich gewonnen werden.
Auf die Initiative des Velo-Club Männedorf wurde am 10. März 1910 in Stäfa im Restaurant Löwen der Gauverband Zürichsee, Oberland und Linthgebiet, der heutige Rad-und Motorfahrer Verband Zürichsee Oberland und Linthgebiet (RMVZOL) gegründet. Erster Präsident war Adolf von Arx. Im gleichen Jahr nahm man auch am Bundesfest des SRB in Baden teil. 1911 trat der VC dem neu gegründeten Zürcher Kantonalverband bei.

Am 12. Juni desselben Jahres wechselte der Verein das Club-lokal, und zog an die Seestrasse zu Gustav von Arx ins Restaurant Frohsinn (heutige Seestrasse 189), welchem der Club 37 Jahre treu blieb.

1912 wurde vom Velo-Club Männedorf das erste grosse Fest organisiert. Man hatte sich zur Übernahme des kantonalen Radfahrertages entschlossen. Der grosse Einsatz aller machte sich aber nicht bezahlt. Schlechtes Wetter und wenig Erfahrung brachten dem Verein ein grosses Defizit von über 1000 Fr. ein. Mit einer Tombola hat dann Präsident von Arx das Loch in der Kasse, wenn auch mit etwas List, stopfen und bis auf 7 Rappen reduzieren können!

Nun zeichneten sich am Himmel die ersten Kriegswolken ab und die Vereinsaktivitäten wurden kleiner. Man war jedoch bemüht das Schifflein über Wasser zu halten. Am 28. November 1914 wurde an der Monatsversammlung bereits wieder der Austritt aus dem Zürcher Kantonalverband beschlossen!
Adolf von Arx übergab Ende 1913 das Zepter an Albert Bachmann, der dazumal sicher nicht damit gerechnet hatte, dass bei seinem Rücktritt im Dezember 1917 immer noch Krieg in Europa herrschte. Sein Nachfolger wurde Heinrich Oetiker. Er leitete die Geschicke drei Jahre. Eines möchte der Schreiber aber festhalten, auch in diesen schwierigen Zeiten der Kriegs– und Nachkriegszeiten wurden immer wieder Ausfahrten organisiert und auch dem Mitgliederbestand entsprechend angemessen besucht, denn das Pflegen der Kameradschaft ist doch das Ziel eines Vereins. 1920 wurde auch das erste Clubrennen durchgeführt. Es starteten 18 Fahrer in zwei Kategorien. Sieger bei den Senioren wurde Hans Schärer, bei den Junioren Heinrich Tschumper. Auch wurde wieder an den damals so beliebten Corsofahren teilgenommen. 1921 wurden die ersten Lorbeerkränze und Silberbecher nach Hause gebracht.
1921 und 1922 präsidierte Ernst Lüthi den Velo-Club. Auf ihn folgte für zwei Jahre Emil Steiger. 1925 war es Otto Herzig, 1926 Wilhelm Steiger.

Auf Initiative von Otto Herzig führte der Verein 1925 seine erste öffentliche Abendunterhaltung durch. Der gute Anklang machte Mut und sie wurde nun ins jährliche Programm des Velo-Club aufgenommen.
1927 – 1932 war es Otto Herzig, der die Zügel wieder erfolgreich in der Hand hatte. 1932 wurde das erste grosse Velorennen, das sogenannte Fliegerrennen des Seeverbandes, durchgeführt. Sportlich soll es ein Erfolg gewesen sein, finanziell weniger. Es resultierte ein Defizit.
Der sich Ende 1932 amtsmüde fühlende Otto Herzig gab nun die Vereinsgeschicke weiter.
Wilhelm Steiger war bereit, nach 1926, nochmals an die Spitze zu treten. Es sollten 9 Präsidialjahre werden.
Für seinen überaus grossen Einsatz während seiner Präsidentenzeit wurde der scheidende Otto Herzig von der Versammlung zum ersten und bis heute einzigen Ehrenpräsidenten ernannt.
Die Präsidialzeit von Wilhelm Steiger war gekennzeichnet von der Krisenzeit vor dem zweiten Weltkrieg, doch er verstand es immer wieder positive Akzente zu setzen und die Mitglieder bei der Stange zu halten. Das Corsofahren war etwas, das ihm am Herzen lag. So konnte man vom Zürchercorso mit einem Lorbeerkranz den Heimweg unter die Räder nehmen und wurde mit Jubel zu Hause von der Bevölkerung begrüsst.
Auch das erste Strassenrennen, ein Bergrennen auf den Pfannenstil, vom 1. Juli 1933 für Renn- und Tourenfahrer, trug seine Handschrift.
Start war beim Rest. Löwen in Männedorf, dann hinauf zum Türli - Kreuzlen - Oberstmatt - Pfannenstil Hochwacht.
Eine Busse von Fr. 800.-, wegen dem Unterlassen eine polizeiliche Bewilligung einzuholen, konnte dank guten Beziehungen des Präsidenten sistiert werden.

An der Vorstandsitzung vom 25. September 1937 befasste man sich das erste mal mit der Beschaffung einer neuen Fahne. Die Erste aus dem Jahre 1909 war etwas in die Jahre gekommen, wurde sie doch, wie damals üblich, bei jeder Ausfahrt am Rade des Fähnrichs durch Wind, Sonne und Regen geführt.
Am 31. Juli 1938 konnte dann die, von Kunstmaler und Bildhauer Adrian Boller in Obermeilen entworfene und hergestellte, schmucke Fahne eingeweiht werden.

1939, beim Besuch des Seeverbandsmannschaftsfahren in Kaltbrunn, konnte die neue Fahne den Rückweg nach Männedorf geschmückt mit zwei Lorbeerkränzen, als Belohnung für einen 3. und einen 5. Rang, antreten.
Am 1. September greift Hitler-Deutschland Polen an und entfacht die Katastrophe des 2. Weltkrieges im 20. Jahrhundert. Am 2. September war für die Schweizer Soldaten Generalmobilmachung.
Alles Andere wurde Zweitrangig. Die Vereine liefen nur noch auf Sparflamme. Den Radsportlern machte bald die Pneuknappheit manchen Strich durch die Rechnung.
Doch am 18. Juli 1941 wagten sich erstmals fünf junge Rennfahrer vom Velo-Club Männedorf an der Schweizermeisterschaft im Mannschaftsfahren in Cham teilzunehmen. Mit dem guten 28. Rang konnten die fünf Fahrer Emil Brennwald, Jakob Gut, Willi Steiger, Franz Umiker und Heinrich Zollinger zufrieden sein. An den nach Statuten *obligatorischen* Vereins-Ausfahrten und der Teilnahme am Tourenfahrerwettbewerb des SRB wurden Hunderte von Kilometern mit den Drahteseln abgespult.
Ende 1941 wollte Wilhelm Steiger das Vereinssteuer in jüngere Hände geben. Zum neuen Präsident wurde Heinrich Zollinger gewählt. Eine glückliche Wahl wie sich herausstellen sollte. 11 Jahre hatte er die Geschichte des Vereins mitbestimmt. Im Februar 1948 musste nach 37 Jahren ein neues Klublokal gesucht werden, da der Frohsinn als Geschäftshaus veräussert wurde. Das neue "Heim" wurde das Restaurant Morgensonne mit Wirt Toni Marti, wo man sich sofort wohl fühlte.

Unter Heiri Zollinger‘s Führung wurden in Männedorf 1945, 1947 und 1951 die Grossen Preise vom Zürichsee sowie 1946 die nationalen Saalsporttage durchgeführt. Auch blühte in dieser Zeit der Rennsport wieder auf. Gottfried Scheuermeier, ein guter Amateurfahrer, bewirkte, dass die Junioren Albert Brennwald, Kurt Schuppisser, Stefan Kälin und Hansueli Keller wieder an den schweizerischen Rennen mitwirkten und auch ganz ansprechende Resultate erzielten. So an der Verbandsmeisterschaft am 2. Juli 1950 in Eschenbach, als der Juniorfahrer Hansueli Keller hinter dem Profi Max Schellenberg im Spurt einer 4er Gruppe den 2. Rang erkämpfte.
Am 3. September 1950 beteiligte sich der Velo-Club mit zwei Gruppen in Stäfa am grossen Corsofahren, welches im Zusammenhang mit der Fahnenweihe des Radfahrervereins Stäfa durchgeführt wurde. Die eine Gruppe als Winzer und die Zweite als Fischer mit dem Vierer-Tandem, umgebaut als Schiff. (Foto Umschlag) Im ganzen waren 22 Aktive in Aktion. Männedorf war auch Fahnengötti.

Dieses Vierer-Tandem wurde 1945 von den Mitgliedern Franz und Edwin Umiker und Emil Kübler erstanden und in vielen Arbeitstunden fahrtüchtig gemacht.
Das Vehikel hat an mancher Ausfahrt und manchem Corso immer wieder die Aufmerksamkeit vieler auf sich gezogen. Das steuern war aber eine recht knifflige Aufgabe. Manch einer, der sich versuchte, landete mit seinen Kameraden im Strassengraben. Seit 1951 ist es, durch Schenkung der drei Besitzer, Eigentum des Velo-Club Männedorf.

Einen Achtungserfolg erzielte die Rennmannschaft des Velo-Club an der Schweizermeisterschaft im Mannschaftsfahren am 22. Juli 1951 in Oerlikon mit dem 14. Rang. Teilnehmer siehe auf dem Foto unten.

Der Höhepunkt von Heinrich Zollinger’s Präsidialzeit war das Jubiläumsfest zum 50. Geburtstag des Velo-Club Männedorf am 8. Juni 1952. Der Velo-Club zählte in seinem Jubiläumsjahr bereits 123 Bundeskartenmitglieder und 57 Passive. An der Generalversammlung 1953 übergab er das Zepter an Willi Steiger, der aber schon nach einem Jahr aus persönlichen Gründen den Rücktritt bekannt gab. Sein Nachfolger wurde Hans Burkhard. Der erst 23 jährige veränderte sich dann beruflich und musste auf Ende 1955 auch wieder von seinem Amt zurücktreten. In seinem Amtsjahr wurde auch der Grosse Preis vom Zürichsee vom Velo-Club Männedorf, unter dem altbewährten OK-Präsidenten Heinrich Zollinger, durchgeführt und brachte der Vereinskasse sogar einen kleinen Gewinn von Fr. 200.- ein.
Mit dem Amtsantritt am 1. Januar 1956 wird Albert Kuriger an der Generalversammlung vom 17. Dezember 1955 im Clublokal Restaurant Morgensonne als neuer Präsident gewählt. Mit ihm kam wieder Kontinuität in die Führung des Velo-Clubs, leitete er doch den Verein während 7 Jahren.
So wurde dem Nachwuchs vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt. Man gründete eine Jungradler Gruppe. Unter der Leitung von Otto Steiger wurde in manchen Buben und Mädchen die Freude am Radfahren geweckt.
An der 1. Monatsversammlung 1959 konnte der Präsident Albert Kuriger mitteilen, dass die Schulpflege die alte Turnhalle wöchentlich einen Abend zur Benützung freigegeben hat und dem Velo-Club somit das Radballspielen ermöglichte. An der Monatsversammlung vom 29. Oktober 1960 konnte Radball als neue Sportart in den Velo-Club integriert werden. Damit begann eine neue Ära im Velo-Club. Als ersten Obmann bestimmte die Versammlung Hansueli Keller. Der neue Sportplatz war nun die Turnhalle. Jetzt wurden vier Radballmaschinen, Tore und Banden angeschafft. Anfangs 1961 konnte mit dem Radballspielen begonnen werden. Von da an standen dem Obmann Hansueli Keller, Otto Steiger und Heinrich Vontobel für den Trainingsbetrieb zur Seite. Die Schlüsselfigur war Heinrich Vontobel, der als bestandener Radballer es explizit verstand, die jungen, interessierten Anfänger in den nicht einfachen Radballsport einzuführen.
Radball hat sich in den folgenden Jahren einen festen Platz im Velo-Club erobert und ist heute die Stütze des Vereins.

Per Generalversammlung 1962 trat Präsident Albert Kuriger, infolge Arbeitsplatzverlegung nach Altendorf, von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger  wurde Jakob Walliser gewählt. In diesem Jahr konnten die Radballer auch schon ihre ersten Erfolge verbuchen. Die Mannschaften Vontobel/Schätti mit dem 2. Rang an der ZH-Kantonalmeisterschaft und Steiger/Blickle ebenfalls mit dem 2. Rang am Radballcup in Uster.

Nach 17 Jahren Gastrecht im Rest. Morgensonne, davon 7 Jahre bei Max Schmid, wurde infolge neuer Öffnungszeiten das Clublokal gewechselt. Neues Vereinslokal wurde das Restaurant Florhof von Hans Jörg Hasler an der Seestrasse, dem die Veloclübler bis heute treu geblieben sind.
1966 wurde als letztes Strassenrennen noch einmal der "Grosse Preis vom Zürichsee" durch den Männedörfler Velo-Club organisiert. Die zunehmende Verkehrsdichte machte es praktisch unmöglich, Strassen zu finden, auf denen noch Velorennen durchgeführt werden konnten.

1969, am 3. März, wurde an einer ausserordentlichen Generalversammlung, unter der Leitung von Ehrenmitglied Heinrich Zollinger, der Fusion mit dem im Jahr 1930 gegründeten "Motorrad-Club Männedorf", auch ein Mitglied des SRB, zugestimmt, was mit einer Namensänderung verbunden war. Der Neue Vereinsname lautete nun

VELO-MOTO-CLUB MÄNNEDORF

Der neue Vorstand setzte sich aus 6 Veloclüblern und 3 Motoclüblern zusammen. Als Präsident wird der bisherige Velo-Club Präsident Jakob Walliser gewählt. Die gehabten und bewährten Aktivitäten blieben. Neu dazu kamen Motoausfahrten, Clubinterne Auto Rally’s und die Altersausfahrt mit den Bewohnern des Allmendhofes.

Auf die Generalversammlung vom 9. Dezember 1972 gibt Jakob Walliser seinen Rücktritt als Präsident des VMC bekannt. Nach 25 Jahren Vorstandstätigkeit, wovon 10 Jahre als Präsident, möchte er etwas kürzer treten. Zu seinem Nachfolger wählt die Versammlung Leo Büeler.
In diesem Jahr wurde das in die Jahre gekommene 4er Tandem von Peter Schneider gründlich restauriert und bekam auch eine andere Farbe. Das Vehikel musste vor allem wegen mangelnder Bremswirkung mit einem anderen Vorder- und Hinterrad ausgerüstet werden.

Am 11. Februar 1973 wurde das 1. Nationale Radquer in Männedorf durchgeführt. Auf einer idealen, übersichtlichen Strecke im Gebiet Boldern / Brähenstrasse ging das Rennen bei grossem Schneetreiben, erfolgreich für den VMC und die Aktiven, über die Bühne.

In der Sparte Radball konnte 1973 der bis anhin grösste Triumph gefeiert werden.
Die Mannschaft mit Peter Schneider / Max Büeler erkämpfte sich den Schweizer-Meistertitel in der 2. Liga in Chur.

1975 wurde das 2. Nationale Radquer durchgeführt, das auch, wie schon das Erste, ein schöner Erfolg war, auch finanziell. 900 Zuschauer konnten in der Kat. A Peter Frischknecht (RV Uster), Vater des heutigen Spitzenbikers und Querfahrers Thomas Frischknecht, als Sieger feiern.

Die immer stärkeren Aktivitäten im Radball mit diversen Turnieren in Männedorf und dem Besuch auswärtiger Turniere, zum Teil auch im Ausland, wie auch die seit Jahren durchgeführte und immer gut besuchte 2-Tagestour zeigten, dass eine motivierte "Führungs-Crew" den Verein leitete.

Das 75 jährige Bestehen des VMC rückte in die Nähe und der Vereinsvorstand war gefordert den Anlass zu planen. Die Generalversammlung vom 13. Dezember 1975 gab dann grünes Licht für ein 3-Tage dauerndes Jubiläumsfest im Jahr 1977. Am Freitag 17. Juni Jubiläumsakt, am Samstag 18. Juni ein Nat. Omnium für Elite Amateure und ein Kriterium für Junioren. Als Rennstrecke wurde die Rundstrecke Glärnischstrasse, Hofenstrasse, Schönhaldenstrasse ins Auge gefasst. Für den Sonntag, 19. Juni sollte ein würdiger Abschluss der Veranstaltung geplant werden.
Anfangs 1976 wurde das Organisationskomitee auf die Beine gestellt. Als deren Präsident amtete Vereinspräsident Leo Büeler. Ihm zur Seite standen Heinrich Zollinger als Ehrenpräsident und 10 weitere Mitglieder.

Für das Zürichsee-Radballturnier wurde eine spezielle Variante getroffen. Emsige Veloclübler bauten auf dem Parkplatz des Hotel Neugut, welches damals vom Wirt Hans Keller geführt wurde, ein Festzelt auf. Davor errichteten sie eine Bühne, auf der das Radballturnier und anschliessend eine Abendunterhaltung, genannt "Maitanz" stattfinden sollte. Leider öffnete Petrus zwei Stunden vor Spielbeginn die Schleusen des Himmels. So musste das Turnier kurzfristig in die Turnhalle verlegt werden. Der "Maitanz" wurde auf den Auffahrtsdonnerstag verschoben. Da es aber auch an diesem Tag regnete und zudem sehr kalt war, wurde dem Vorhaben eine entgültige Absage erteilt.
Nebst den üblichen Radball-Aktivitäten wurde 1976 die seit Jahren im Programm stehende Altpapiersammlung, eine Aktivität die sich immer positiv auf die Kasse auswirkte und die Altersausfahrt durchgeführt.

An der Generalversammlung vom 11. Dezember musste vom Rücktritt des Präsidenten Leo Büeler, wegen Wohnortswechsel, Kenntnis genommen werden. Für das OK Präsidium "75 Jahre VMC" stand er aber weiterhin zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vize Willi Widmer gewählt.
1977 brachte ein gerütteltes, volles Mass an Arbeit für die 75-Jahrfeier. Die drei Tage des Jubiläumsfestes wurden ein voller Erfolg, ausser für die Kasse, es musste ein Defizit in Kauf genommen werden. Der sportliche Teil mit dem Radrennen wie auch die Festivitäten fanden Anklang bei den Besuchern und zeigten, dass der VMC eigentlich 75 Jahre jung ist.
Per Ende Jubiläumsjahr betrug der Mitgliederbestand 88 Aktiv-, 11 Jugend- und 61 Passivmitglieder.
In den folgenden Jahren wurde dann wieder etwas kürzer getreten, es standen die üblichen Aktivitäten auf den Jahresprogrammen. Im Vordergrund Radball, mit verschiedenen Turnieren auch in der alten Turnhalle des Schulhaus Blatten.
1980 sollte das erste "Speichefäscht" durchgeführt werden. Es war Zeit sich wieder einmal der Öffentlichkeit zu zeigen. Das Programm vom 30. August mit Geschicklichkeitsfahren, einem Radball Schülerturnier und einem National-Liga A Turnier und der anschliessenden, gemütlichen Abendunterhaltung zeigte den Velo-Moto-Club von seiner besten Seite.

Auf Ende 1980 trat Willi Widmer als Präsident zurück. Während 4 Jahren war er dem Verein vorgestanden und hatte zwei Grossveranstaltungen mitgestaltet. Sein Nachfolger im Präsidialamt wurde Otto Steiger, ein bestandener Velo-Moto-Clübler, von Kindsbeinen dabei und erheblich vorbelastet. Vater Wilhelm war 1926 und von 1933 - 1941, Bruder Willi 1954 Präsident des VMC. Vier Jahre sollte seine Amtszeit dauern.
1981 wurde auf Initiative von Leo Büeler das erste Männedörfler Radballgrümpelturnier durchgeführt. Im Jubiläumsjahr "100 Jahre Velo-Moto-Club" wird es also zum 20. mal stattfinden.

1982 installierte sich eine neue Radsportvariante im SRB, das "Velo-Trial". Das damalige VMC-Mitglied Samuel Kunz war ein Trialkünstler. Mit einem Schweizer- und Europavizemeistertitel war er 1983 national und international sehr erfolgreich.
Aus diesem Grund organisierte der VMC Männedorf den ersten Trial-Schweizermeister-Finallauf im Waldgebiet ob Männedorf. Dieser Anlass war Grund genug für das Schweizer Fernsehen, eine kleine Sequenz im Sportpanorama zu senden. Als Studiogast gab S. Kunz über diese Sportart Auskunft. Doch weder in Männedorf noch national konnte Trial Fuss fassen.
1983 erkämpfte die 1. Liga Mannschaft Leo Büeler / Peter Schneider an der Radballschweizermeisterschaft den 4. Rang. 1984 schafften die beiden Radballer sogar den guten 2. Rang, was den Aufstieg in die National Liga B bedeutete.

Seit April 1983 besitzt der VMC auch eine eigene Zeitung. Die Clubzeitung "Radial", redigiert von Peter Schneider, fand grossen Anklang und blieb bis heute ein fester Bestandteil unseres Vereins.
An der Generalversammlung 1984 übergibt Otto Steiger das Zepter in jüngere Hände, bleibt aber im Vorstand. Otto Steiger zeichnete auch immer verantwortlich für die Zwei-Tagestouren. Er war ausserdem SRB - Spielleiter für Radball, ein immenser Schaffer im VMC. Zum Nachfolger wählt die Versammlung Peter Schneider. Er wird in die Geschichte des Velo-Moto-Club Männedorf eingehen, steht er doch jetzt im Jubiläumsjahr in seinem 18. Präsidialjahr! Mit Zielstrebigkeit und unermüdlicher Schaffenskraft nahm er das Vereinssteuer in die Hand und liess sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen.

1985 übernahm der VMC Männedorf die Organisation der Zürcher Kantonalen Radballmeisterschaften in allen Kategorien. Mit insgesamt 46 teil-nehmenden Mannschaften war dies eines der grössten Ereignisse, aus radballerischer Sicht, für den VMC. Es wurde gleichzeitig in der alten sowie der neuen Turnhalle Blatten gespielt. Auch der VMC war mit zwei Mannschaften vertreten. In der 2. Liga erreichten Peter Mosimann und Jakob Merz den 3. Rang. Mit dem 4. Platz mussten Leo Büeler und Peter Schneider in der National Liga B vorlieb nehmen.

Im Zusammenhang mit einer Dorfveranstaltung, an welcher der VMC mit dem Vierer-Tandem Taxifahrten machte, kam der Velo-Moto-Club auch noch zu seinem zweiten Fernsehauftritt in der Sendung DRS-Aktuell.
Am 7. Juni 1986 wurde zu einem Nationalen Velotag aufgerufen. Der VMC Männedorf organisierte ein Geschicklichkeitsfahren und demonstrierte Radball. Im gleichen Jahr wurde das Grümpelturnier, integriert in die Gewerbeschau, durchgeführt.
1987 wurden an einer Ausserordentlichen Generalversammlung neue, der Zeit angepasste Statuten von der Versammlung genehmigt. Auch die üblichen Vereinsaktivitäten haben stattgefunden.

Als Exklusivität wird den Beteiligten, vor allem dem Brautpaar Erika und Jürg Burkhalter, der 20. Juni mit der Fahrt durch Männedorf, in einer rollenden Badewanne im Schlepptau des Vierer-Tandems, in Erinnerung bleiben. Solche Ereignisse gaben aber auch den nötigen Kitt, gemeinsam das Vereinsschiff auf gutem und erfolgreichem Kurs zu halten, und so steht jener Jürg Burkhalter heute dem Jubiläumskomitee als Präsident vor.

Aber auch all den lieben Frauen, Müttern vom Radballnachwuchs und allen allgemeinen Radsportfans möchte der Chronist ein Kränzlein der Dankbarkeit winden.
Alle grossen und kleinen Veranstaltungen, und es waren deren viele, wären ohne ihre tatkräftige Hilfe oder das dulden der oft grossen Abwesenheit ihrer Partner, kaum möglich gewesen!

1989 kämpften für Männedorf fünf Mannschaften, je eine 1.- und 2. Liga-, zwei Junioren B- und eine Schülermannschaft, an den Radball-Schweizermeisterschaften. Daneben wurde an fünf 1.- und 2. Liga-, neun Junioren- und einem Schülerturnier um gute Ränge gekämpft.
Zu einem besonderen Ereignis wurde die 2-Tagestour 1989. Zum letzten Mal von Otto Steiger geplant, führte er die 24 Teilnehmer über den legendären Klausenpass. Den Mo-torsportbegeisterten bekannt von den Klausenrennen, den Radsportlern in bester Erinnerung an die Tour de Suisse Bergetappen.
Auch unser Vierer-Tandem war mit dabei und man weiss aus den VMC-Analen, dass es nicht das erste Mal war. Ziel des ersten Tages war der Urnerboden. Die meisten etwas gezeichnet, innerlich aber stolz es geschafft zu haben, stellten die Stahlrösslein zur Seite, löschten den ersten Durst und nach einer Dusche war man bald wieder Fit für den gemütlichen Teil. Beim fröhlichen zusammensein am Abend, war dann Gelegenheit unserem langjährigen Tourenleiter für seine über viele Jahre geleistete Arbeit mit einem von Clubmitgliedern gestalteten Präsent, einem Bergkristall mit angelehntem Velo, herzlich zu danken.
Im selben Jahr konnten die Radballer den "Radballkeller" unter der alten Turnhalle Blatten einweihen. Ein neuer Boden, eine kleine Einbauküche, Tisch mit Eckbank und eine Bartheke wurden in Fronarbeit eingebaut. Auch konnten hier endlich alle Pokale und Trophäen aufgestellt werden. Seitdem können Vorstandssitzungen und Quartalsversammlungen in diesem gemütlichen Raum abgehalten werden.

1990 durfte der VMC eine neue Fahne entgegennehmen. Vier Vereins-Mitglieder, (Foto unten von links) Heinrich Vontobel, Wilhelm Steiger, Walter Ruf und Otto Steiger zeichneten als Spender. Am 8. September war es soweit. Im Rahmen des "Speiche-Fäscht 1990" fand die Fahnenweihe statt. Ein Grossprogramm, mit Grümpelturnier, Fahnenweihe, Konzert der Harmonie Eintracht und einer super Abendunterhaltung mit Tanz. Zwei erstklassige Darbietungen von Kunstradfahrer Hermann Martens und dazu eine Tombola mit wunderschönen Preisen rundeten den gelungenen Anlass ab.
Die Vorgänger der neuen Vereinsfahne waren alles Standarten gewesen, so dimensioniert, dass sie am Fahrrad befestigt werden konnten. Traditionellerweise wurden diese zu jeder Ausfahrt mitgeführt. Vorneweg radelte stolz der Fähnrich. Mit der in den 50er-Jahren zunehmenden Verkehrsdichte wurde auch das mitführen der Fahne immer risikoreicher. So wurde sie zum Vereinssymbolträger an grösseren Veranstaltungen, wie Vereinsempfängen, Bundesfeiern und anderen Dorfereignissen. Doch auch zum letzten Gruss wehten sie manchem lieben Vereinskameraden. So grüsst nun nicht mehr eine Standarte, sondern eine Fahne bei diesen Ereignissen.

Nun folgten wieder etwas ruhigere Zeiten. Es waren keine "Grossanlässe" im Visier. Das heisst aber nicht, dass der Vorstand müssig war. Die üblichen Aktivitäten, wie Radballturniere, Kegeln, Versammlungen, Radballgrümpi, Waldhüslifäscht und Zweitagestour waren feste Bestandteile der Vereinsjahre. Auch die alljährliche Auffahrtsausfahrt mit dem Velo, welche jeweils mit einer gemütlichen Grillparty bei einem der Vereinsmitglieder ihren Ausklang fand, erfreute sich bis heute stets einer grossen Teilnehmerschaft.
Auch gab es schweizerische Grossanlässe wie die Saalsport WM in Zürich 1992, Winterthur 1997 und die Radquer WM in Eschenbach 1995, die natürlich besucht wurden.
In dieser Zeit wurde auch unser Dachverband, der SRB (Gegründet 1883) in einen Krisenstrudel gezogen, der über Jahre andauern sollte. Doch heure scheinen die Wogen geglättet zu sein und die neue Crew unter Fritz Bösch und dem neuen Namen *SWISS CYCLING* verdient wieder unser aller Vertrauen.

Ende 1995 übergab Leo Büeler sein Mandat als Radballobmann nach 8 Jahren in jüngere Hände. Sein letztes Amtsjahr konnte er mit einem höchst erfreulichen Schlussbericht abrunden. So erreichten Thomas Schneider und Norbert Calderón, mit Spitzenresultaten in den Vorrunden, den Schüler A Final. Am Final in Bassersdorf errangen sich die zwei den Schweizermeistertitel und bescherten den zahlreich mitgereisten Schlachtenbummlern einen absoluten Freudentag. Mit diesem Titel waren sie berechtigt in der Champions-League in Dornbirn (Österreich), wo jeweils Schülermeistermannschaften aus Frankreich, Österreich, Deutschland und der Schweiz teilnehmen, zu starten. Nach spannenden Spielen belegten sie dort den hervorragenden 2. Rang.
Ein Dreierteam, Daniel Scheitlin, Daniel und Ralph Schneider, selber auch gute Radballer, teilten sich nun ab 1996 für zwei Jahre die Aufgaben des Radballobmannes. Auch sie hatten wieder erfreuliches zu berichten. Thomas Schneider und Marcel Scheitlin erreichten bei den Junioren den Final, welcher anlässlich der Jugendsporttage in Wetzikon stattfand. Mit dem ausgezeichneten 3. Rang stiegen sie direkt in die 2. Liga auf.
1997 starteten die zwei Seebuben durch und gelangten abermals in den Final, welcher in Hombrechtikon ausgetragen wurde. Gegen die Lokalmatadoren brauchte es nach einem Entscheidungsspiel gar ein Penaltyschiessen, bis die Männedörfler siegreich vom Platz gingen.
Dieser Meistertitel bedeutete gleichzeitig den Aufstieg in die 1. Liga.

Ab Mitte der 90er Jahre wurde auch immer wieder ein zweitägiges Trainingslager im Sportzentrum Filzbach organisiert und so unseren Radballern ein besonders aus-gerichtetes Training ermöglicht.
Auch in der Jugendarbeit wurde, und wird etliches unternommen. Die Beschaffung von kleineren Radballvelos ist nur eine von diversen Bemühungen, den Radballsport der Jugend schmackhaft zu machen. So verfügt der Verein seit geraumer Zeit auch über zwei ausgebildete Jugend+Sport Leiter. Wie viele andere Vereine auch, ist der VMC nicht mit zu vielen Jugendlichen gesegnet. Diese technisch sehr anspruchsvolle Sportart verlangt vom Nachwuchs einiges an Durchhaltewillen ab, zumal Radball eine Sportart der Idealisten ist, denn selbst ein Weltmeister könnte sich den Lebensunterhalt in dieser Sparte nicht verdienen.
Da ist es um so erfreulicher, dass der VMC, auch in jüngerer Zeit, immer wieder sportliche Erfolge feiern durfte, wie zum Beispiel im Jahr 2001 die Finalteilnahme an den Schweizermeisterschaften der Schüler B Mannschaft mit Patrik Pfenninger / Felix Brüngger mit dem daraus resultierenden 6. Rang, oder auch dem 2. Liga Team mit Daniel und Ralph Schneider, welches den 4. Rang belegte. Abgerundet wurde das 2001 mit dem Kantonalen Meistertitel bei den Schülern A mit Aaron Manser und Patrik Pfenninger sowie in der 1. Liga mit Thomas und Peter Schneider.
An der Generalversammlung 1999 wies Präsident Peter Schneider auf das sich am Horizont abzeichnende 100-Jahrjubiläum des Velo-Moto-Club hin und ermunterte die Anwesenden bis zur nächsten GV Vorschläge zur Gestaltung dieses Ausserordentlichen Anlasses zu machen, und fragte, wer sich allenfalls für das Organisationskomitee zur Verfügung stellen würde.
Anfangs 2001 stand dann das Jubiläumskonzept fest und das 7 Mitglieder umfassend OK unter der Leitung von Jürg Burkhalter konnte seine Arbeit aufnehmen. Nun hoffen wir Velo-Moto-Clübler, dass das Konzept mit den diversen Anlässen, verteilt auf das Jubiläumsjahr 2002, grossen Anklang finden wird.

100 Jahre Clubgeschichte beinhaltet natürlich auch 100 Jahre Weltgeschichte. Zwei Kriege tobten rund um unsere Schweiz und verlangten erhöhte Sicherheit nach Aussen. Eine gut ausgerüstete Armee, zusammengesetzt aus verschiedenen Truppengattungen sorgte dafür. Unter diesen Truppengattungen waren auch die Radfahrer, eine Elitetruppe gegründet 1895. Diese Truppe rekrutierte ihre Angehörigen zum grossen Teil aus den Radfahrervereinen des Landes.
Manch junger Veloclübler träumte, dereinst Besitzer eines solchen Stahlrosses zu werden. 500 Rekruten, aufgeteilt in eine Winter- und eine Sommer RS wurden pro Jahr ausgebildet, also war die Chance nicht sehr gross unter diesen zu sein. Doch auch im Velo-Club Männedorf waren immer Militärradfahrer zu finden. Der Schreibende erinnert sich noch gut an den 18. Februar 1952, als er zusammen mit Hans Burkhard (1955 VMC Präsident) und Kurt Schuppisser, alle drei junge Männedörfler Veloclübler, mit Köfferli und kurzem Haarschnitt zur Winter RS 52 in der Kaserne Winterthur antreten "durfte" und nach 17 Wochen stolz mit einem Militärfahrrad heimkehrten.
Nun zum Schluss unserer Reise durch 100 Jahre Velo-Moto-Club Männedorf, die uns wieder zurück in die Gegenwart bringt, danken wir allen, die zur Realisation dieser Chronik beigetragen haben.
Sie zeigt die Bedeutung, welche das Vereinsleben, sei es im sportlichen- oder im sozialen Bereich, hat. Wenn auch in jüngerer Zeit, geprägt von unserer "Konsumgesellschaft", sich jedermann mit allen möglichen Angeboten eindecken kann, so ist gerade heute die Wichtigkeit von gemeinsam Erschaffenem und Erlebtem, und das nicht nur für die Jugend, ein wichtiger Bestandteil unser Gesellschaft.
Bleiben wir unserem geliebten Radsport mit seinen vielen Facetten weiterhin treu, pflegen die Kameradschaft und liefern mit unseren Aktivitäten den Stoff für die nächsten 100 Jahre Velo-Moto-Club Männedorf.


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22.11.2002 /jm